Wettkampfbericht Quelle Challange Roth
Datum: 12.07.2009
Ort: Roth
Wettkampf: Triathlon / Langdistanz
Distanz:
3,8 km Schwimmen
180 km Radfahren
42 km Laufen
äussere Bedingungen:
Schwimmen: Rhein-Main-Donau-Kanal ca. 19° C
Radstrecke: 180 km: 2 Schleifen ca. 85 km und dann nach Roth
Darin enthalten u. a. „Solarer Berg“
Laufstrecke: 42 km, Rhein-Main-Donau-Kanal mit 2 Wendepunkten
Da die Ergebnisse bereits bekannt sind, werden diese hier nicht mehr genannt. (s. Bericht)
Kastizen und Zehnter finishen SUB 10 – Bretting SUB 10.30

Was war das für ein Wettkampf im Speziellen zwischen Reiner Kastizen und Stefan „Benji“ Zehnter. Beide kamen in einer Wahnsinnszeit von 9:55,26 h ins Ziel. Auch Reinhard Bretting überraschte in 10:23,35 h. So erreichte das Trio als Mannschaft immerhin Platz 41. von über 160 Mannschaften. Unser Freund Harry Ebner vom SV Fahlenbach erreichte bei seinem Debüt über die Langdistanz 10:31,34 h.
Aber der Reihe nach. Am Freitag begann das „Challange“-Feeling mit der Nudel-Party im Festzelt. Hier wurden zum Nudelessen die Top-Favoriten des Rennens Chrissie Wellington und Norman Stadler den Athleten vorgestellt. Nach 2 h verabschiedeten sich aber die MTV’ler wieder in die versch. „Homestay’s“ in der Umgebung.
Der Sa. Begann dann mit einer kleinen Radeinheit um noch mal die Gänge durchzutesten und die Nervosität, die doch spürbar größer wurde, etwas einzudämmen. Nach einem ordentlichen Frühstück machte man sich dann wieder auf nach Roth, um hier ein wenig über die Triathlonmesse zu schlendern. Hier blieben keine Wünsche unerfüllt, wenn man das nötige Kleingeld bei sich hatte. Von pinken Kompressions-Strümpfen bis hin zu den neuesten Laufradsätzen war alles vertreten. Dass diese nicht unbedingt notwendig sind um einen Ironman zu finishen, sah man beim Bike-Check-In in Hilpoldstein, wo man wieder sämtliche Radvariationen zu Gesicht bekam, bevor das Bike-Lager in ein gelbes Folienmeer verschwand, unter welcher die einzelnen Räder schön verpackt für die Nacht wurden.
Mittlerweile konnte man auch die ersten eigenen Fans begrüßen, welche keine Mühen scheuten und sogar am Schwimmstart campierten. Während der Europameister über die Langdistanz Timo Bracht sich im Interview über seine Regeneration äußerte, gab’s für unsere lokalen Starter noch mal Kaffee und Apfelschorle. Gegen 18 Uhr verabschiedete man sich dann für 12 h.
Im Haus der Athleten Ebner und Zehnter stand noch mal Nudeln mit Beilagensalat und Thunfisch Sauce auf dem Speiseplan. Am späteren Abend traf dann der Vize-Präsident des „JuniorTeams“ Tobias Kapfelsberger in Pleinfeld ein, um eine letzte Lage-Besprechung abzuhalten. Gegen 22 Uhr war Bettruhe angesagt, denn um 4 Uhr klingelte der Wecker bereits wieder. An viel und ordentlichen Schlaf war natürlich an so einem Tag bzw. Nacht nicht zu denken. Die WC-Spülung wurde so oft betätigt, wie wohl in den 14 Tagen davor nicht.
Gegen 4.30 Uhr bestieg man dann, bepackt mit Neo, Beutel für Rad Wechsel und Beutel für „After Race“ das Auto und begab sich schön langsam an den Schwimmstart. Vorher galt es natürlich die eigenen Räder aufzuwecken, diese von der gelben Decke (Folie) zu befreien und auf die 180 km einzustimmen. Wie abhängig man doch von einer ordentlichen Funktion des Sportgerätes ist, erzählten uns nach dem Rennen 2 „ältere“ Damen, welche einen Bekannten am Start hatten, dessen Pedal beim Aufstieg abgebrochen war. Somit war für diesen Sportler ein Jahr Training verloren. Aber zurück zum eigentlichen Bericht.
Denn jetzt Begann das erste Durcheinander in der Startphase der versch. Wellen. Nachdem die meisten Athleten den Neopren überstreiften, marschierte Reinhard Bretting schon zum Start, da er dachte „seine“ blauen Badekappen seinen an der Reihe und somit startete er ca. 20 min. früher als für ihn vorgesehen. Völlig unwissend für Reiner, Harry und Benji, welche während des Rennverlaufes dann durch die versch. „Streckenposten“ darüber in Kenntnis gesetzt wurden. Dass sich Reiner Kastizen und der Präsident des „JuniorTeams“ einen Fight, der seines Gleichen sucht liefern würden konnte ebenfalls keiner vorhersehen.
Für beide hieß es um 7:04 Uhr aus den Lautsprechern „Athlets one Minute to Start“. Diese verging wie im Flug und ein Kanonenschlag schickte u. a. die beiden MTV’ler auf einen langen Tag. Der ca. 19° Grad warme Rhein-Main-Donau-Kanal lag ruhig im Flussbett und die üblichen wilden Hauereinen blieben auch größtenteils aus. Mit den gezeigten Schwimmleistungen der Athleten von ca. 1:04 h (Bretting), ca. 1:09 h (Zehnter), 1:10 h (Kastizen) und 1:12 (Ebner) kann man zufrieden sein.
Nach dem Ausstieg galt es den Beutel mit den Radutensilien zu greifen und mit Hilfe der Helfer im Wechselzelt den Neo abzustreifen und Helm, Schuhe usw. anzubringen.
Im Anschluss daran begaben sich die „Ironmänner“ dann auf die lange 180 km Reise der Radstrecke.
Die Strecke war den Athleten durchaus aus zahlreichen Trainingsfahrten bekannt und so blieb nur die ungewisse Frage, welches Wetter bzw. aus welcher Richtung bläst der Wind.
In der ersten Runde schien dies aber unseren Startern nicht viel zu interessieren und so absolvierte jeder der 4 lokalen Athleten eine erste Runde in rekordverdächtigen Zeiten. Die 2. Runde kam dann am Anfang der Gegenwind und so wurde jeder wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und das Quartett verlor auf der 2. Radrunde etwas Boden.
Beflügelt wurden sie dennoch z. B. am „Solarer Berg“, wo vor 25.000 Triathlon-Fans durchaus „Tour de France“-Feeling aufkam, als man hier als Athlet nur einen kleinen Spalier zwischen den Menschenmassen Platz hatte, um sich den Hügel hoch zu kämpfen. Überholen war hier eigentlich nicht möglich.
Zum Abschluss des Radfahrens wartete ein flacher Weg Richtung Roth, wo man sich auf der ca. 5 km langen Strecke zum Wechsel an der B2 auf den Marathon einstellen konnte.
Die fleißigen Helfer an dieser Wechselzone nahmen das Rad nach dem Abstieg sofort ab und gaben weiter Hilfestellung beim Anziehen der Laufbekleidung. Raus aus dem Wechselzelt und ab auf den Weg Richtung Kanal. Auch hier machten sich die eigenen Fans lautstark bemerkbar, so dass der Start in die Abschlussdisziplin nicht zu schwer fiel. Dem Präsidenten des „JuniorTeams“ stockte der Atem nach ca. 2 km, als er sich mit einem Krampf kurzzeitig stoppen lassen musste. Dieser war aber schnell auskuriert, so dass jetzt der eigentliche Kampf gegen Reiner beginnen konnte. Während des kurzen Abstechers in den Wald von Benji, übernahm Reiner zum ersten mal die Führung im Wettkampf. Zu diesem Zeitpunkt sollte es allen MTV’lern und dem Trainingspartner aus Fahlenbach noch gut gehen. Leider musste sich Harry mehr und mehr mit Magenproblemen rumschalgen und in regelmäßigen Abstand den aufgebauten „Dixies“ einen Besuch abstatten. Vorne ging aber weiter die Post ab. Auch Reinhard schlug sich mit Kilometerzeiten von ca. 5:15 min/km noch sehr wacker. Zum Halbmarathon war aber dann der Vorsprung der früheren Welle beim Schwimmstart aufgebraucht und die beiden SUB 10er überholten den Mann der Europameisterin „Ironman“-W35.
Jetzt mussten die Athleten bis Eckersmühlen am Ufer des „Rhein-Main-Donau“-Kanals weiter einsame Kilometer fressen, bevor es in ein weiteres „Stimmungsmekka“ Eckersmühlen ging. Hier galt es einen Wendepunkt nach ca. 30 gelaufenen km zu erreichen. An diesem Wendepunkt wechselte dann die Führung im internen Duell wieder an Benji. Durch die Tatsache, der Betreuer und Fans an der Strecke, konnte man nicht mehr damit rechnen, dass Reiner noch mal an Stefan Zehnter rann kommen sollte. So nahm dieser erst mal den Kampf mit der Uhr auf, die bei einer entsprechenden Laufleistung die SUB 10 ermöglichen sollte. Unterstützt von den Fans, die mit dem Rad immer hörbar waren ging’s auf die letzten km. Dann kam der Zeitpunkt, als das Phantom zurückschlug. Bei ca. km 40 lief Reiner auf Benji auf und „malte“ ihm die Schuhe an. Dies wurde bestraft, indem ihm die Schuhbänder aufgingen und er eine Zwangspause einlegen musste. Fair wartete aber Benji auf seinen Vereinskameraden und man beschloss „Waffenstillstand“ und lief die letzten Meter ins Rother Stadion zusammen ein. Das Foto-Finish entschied dann zu Gunsten des geringfügig älteren Athleten. Überglücklich mussten wohl die Freudenschreie der beiden bis an den Waldspielplatz (der Heimat des MTV) zu hören sein.
Während die beiden SUB 10er erschöpft an der Ziellinie lagen (Benji wurde hier bestens von seinen Arbeitskolleginen und Lauftrainingspartner versorgt), kämpften Reinhard und Harry noch die letzten Kilometer, bis auch sie überglücklich im Ziel ankamen.
Im Ziel wartete dann nach dem Abklatschen der Fans: Massage, Essen, Trinken, „Finisher“-T-Shirt, Duschen und der erste Erfahrungsaustausch mit den anderen „Ironmännern“ (und Frauen) aus aller Welt. (lt. Veranstalter 41 % ausländische Athleten am Start).
Nach der Abarbeitung des Verpflegungszeltes gin des an die „Finish“-Line, wo im dortigen Biergarten das erste RICHTIGE Bier wartete. Noch ein kurzer Abstecher ins Stadion, wo „Luftpumpe“ Iron-„Maik“ ankam. Er absolvierte die 180 km im 2-Gang-Damenfahrrad, wie der Stadionsprecher verkündete.
Es galt dann noch die Räder aus der Wechselzone zu holen, Reiner am Schwimmstart abzuliefern und im „Homestay“ von Harry und Benji gab es noch mit Wodka-RedBull den verdienten „Schlummerdrunk“.
Nach der ersten Nacht als „Langdistanzler“ kam man zur Siegerehrung mit stolzer Brust und gurgelte noch ein Erdinger alkoholfrei runter, bevor es nach Hause ging.
„Helden leben lange, doch Legenden sterben nie!“
gemäß BILD-Zeitung füge ich an:
„Für die Sauberkeit der Ergebnisse übernimmt Benji keine Garantie!“
hier gibt’s Bilder: http://gallery.me.com/andi.breu#100031









...Forever Number One